Freitag, 23. Oktober 2009
#001
Habe in den vergangenen Wochen die ersten drei Staffeln von "Two and a half Man" angeschaut und gerade die Wiedergabe bei der vierten Folge der vierten Staffel, 06:21 angehalten. Ein, wie meistens, brillianter Dialog, vieldeutig, komisch, wunderbar dargestellt. Und es setzt die Messlatte unwillkürlich wieder einen Zacken höher, jene an der ich mein "Sein" jeden Tag erneut in Dialogen mit meiner Umwelt "messe". Kann ich, ohne Planung und Skript, auch nur annähernd solche Gespräche führen?

Da ist ein Team von Autoren, die mit Worten jonglieren und dies meist schon mit jahrelanger Erfahrung und besonderer Fertigkeit und Freude daran. Schauspieler, welche die Dialoge üben und verschiedenste Darstellung proben. Wieder, nicht nur allein, sondern zusammen mit einer Vielzahl anderer, ein großes Team, Familie.

Und ich, geprägt beim Heranwachsen von zerbrochenen Partnerschaften, erst die meiner Eltern und Großeltern, später durch die eigenen.

Film und Wirklichkeit, dass passt mal wieder nicht zusammen, da schaue ich mir mit der Selbstbeschwichtigung "Unterhaltung (harmlose)" diese und andere Serien an und dann nach Stunden des prokrastinierens, trifft mich ein Dialog besonders hart:

(Exwife, smirking:) I disliked you when we were married. I resented you when we were divorced. But I don't think I hated you until you started having sex with that georgous 22 year old dumbell. -- (Exhusband, friendly:) Okay, well, thanks for clearing that up.

Sind wir so? Sollen wir so sein? Will ich gerade nicht so sein?